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Ratgeber
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Mit dem Bewerbungsschreiben punkten



Job-Sucher können sich mit den Anschreiben ihrer Bewerbungen positiv von ähnlich gut qualifizierten Mitbewerbern abheben. Entsprechend viel Zeit und Energie sollten sie in deren Formulierung investieren.

Mit dem Bewerbungsschreiben punkten Wer mit seiner Bewerbung Erfolg haben möchte, muss einiges beachten. © Foto: Anton Porsche/Pixelio

"Kaum war unsere Stellenanzeige erschienen, explodierten die Zugriffe auf unsere Webseite", erzählt Walter Kaul. "Mehr als 400 Personen besuchten sie binnen drei Tagen", berichtet der Inhaber eines Ingenieurbüros in Niedersachsen. Und viele Besucher verweilten länger als zehn Minuten auf ihr. Das weiß der Verfahrensingenieur aufgrund der Google Analytics-Daten.

Umso überraschter war Kaul, als er die eingegangenen Bewerbungen als "Assistent(-in) der Geschäftsleitung" sichtete. Von den über 120 Bewerbern, fast ausschließlich Frauen, gingen im Anschreiben höchstens ein Viertel auf den Text der Stellenanzeige ein. Und dass die Bewerber die Webseite des Ingenieurbüros besucht hatten? "Das spürte man bei maximal einem Dutzend."

Unternehmen stellen immer wieder fest: Es steht zwar in jedem Bewerbungsratgeber "Nehmen Sie im Anschreiben auf die Stellenanzeige Bezug und zeigen Sie, dass Sie sich über das Unternehmen informiert haben", trotzdem tut dies das Gros der Bewerber nicht. Meist versenden sie an alle Unternehmen weitgehend dieselbe Bewerbung. "Und dann jammern sie, dass sie schon 30, 40 Absagen erhielten", kritisiert Meera Gandbhir von der Personalberatung Conciliat, Stuttgart. "Dabei erhält, wer sich so wenig Mühe mit dem Anschreiben gibt, zu Recht eine Absage."

Wer sich positiv abheben möchte, muss zunächst die Grundanforderungen erfüllen. Das ist oft nicht der Fall, betont Markus Vogel, Personalauswahlexperte beim Bildungsdienstleister Provadis in Frankfurt. Firmenvertreter äußerten sich immer wieder überrascht darüber, dass selbst die Anschreiben von Akademikern zuweilen vor Rechtschreibfehlern strotzten. Und in auffallend vielen Bewerbungen befänden sich noch die Namen "fremder Unternehmen und Ansprechpartner". Deshalb wiederholt Vogel einen Rat, den jeder Bewerber verinnerlichen sollte: "Lassen Sie das Anschreiben, nachdem es verfasst ist, noch einen Tag liegen und lesen Sie es dann erneut Korrektur. Und lassen Sie es vorm Versenden von Bekannten oder Verwandten gegenlesen."

Negativ merken Firmenvertreter auch an: Die meisten Bewerber wiederholen im Anschreiben nur die Floskeln, die in den Stellenanzeigen stehen, wie "teamfähig" und "kommunikationsstark".

Nur wenige Bewerber übersetzen diese Begriffe und beziehen sie auf das Unternehmen und die angestrebte Position. Zum Beispiel mit einer Aussage wie: "Es fällt mir leicht, zu Menschen eine Beziehung aufzubauen" – eine Aussage "mit der zum Beispiel viele Bewerber um eine Vertriebsposition punkten würden", weiß der Kommunikationsexperte Ingo Vogel, Esslingen. Oder: "Ich kann schwierige Sachverhalte für Laien verständlich formulieren."

"Werden Sie konkret, auch wenn es darum geht, warum Sie sich auf diese Position bewerben", empfiehlt Vogel Stellensuchern.

Ähnlich äußert sich Julia Laas, Leiterin Personalmarketing bei der Allianz. Als "wenig zielführend" erachtet sie in einer Bewerbung eine Aussage wie: "Mich interessiert die Arbeit in Versicherungen." "Mich interessiert auch vieles", sagt sie. "Deshalb mache ich es aber nicht zu meinem Beruf." Viel stärker würde Laas interessieren, was genau den Bewerber an der Arbeit für ein Versicherungsunternehmen reizt.

Personalberaterin Meera Gandbhir rät Bewerbern aber auch: "Lehnen Sie sich im Anschreiben mit Ihren Selbstaussagen nicht zu weit aus dem Fenster. Denn spätestens im Vorstellungsgespräch merken die Personalverantwortlichen, ob sie tatsächlich so fachlich fit, kommunikativ und selbstsicher wie behauptet sind."






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